Heidi-Decke oder Jersey-Patchwork

Ein Nachtrag

fadenrecht Heidi-Decke Detail 2.png

Das Winterbaby besaß trotz unzähliger Precut-Sets (Charmpacks, Jelly Rolls, Layer Cakes) im Stoffregal noch immer keinen eigenen Quilt, ja nicht mal eine simple selbstgenähte Erstlingsdecke. Aber es soll ja auch etwas gaaanz Besonderes werden… Inzwischen ist die Maus von den Heidi-Motiven und auch von den Elchen begeistert. Letztere fanden auch bei der Wendeweste von Frocks & Folics Verwendung.

Idee und Hintergrund

Aus dem Buch von Pauline Dohmen „Nähen mit Jersey. Babyleicht!“ stammt die Idee für eine Jersey-Patchwork-Decke. Erst erschien mir der Stoff-Vorschlag als Quilterin ziemlich abwegig, aber dann fand ich einige harmonierende Jesey-Stücke.

Außer einer Babydecke brauchte ich auch noch ein Geschenk für unsere Hebamme. Eigentlich sollte sie schon eine Gute-Laune-Tasche bekommen und so gab es eben auch noch eine Spieldecke für ihre kleine Maus. Vor allem konnte und kann ich ihr nicht genug danken für ihre super Betreuung. Dabei hatte sie ziemlich spontan und trotz großer Nachfrage zugesagt. Jacqueline war sehr warmherzig, diskret und zuverlässig. Sie besaß großen Charme und viel Humor. Außerdem war sie sehr kompetent und engagiert – immer an unserer Seite, wenn wir sie brauchten.

fadenrecht Heidi-Decke Gesamtansicht

Hier nun also besagte Kinderdecke. Sie wird regelmäßig zum Kuscheln benutzt und Jersey ist auch nicht so glatt  und genau hinzubekommen wie Baumwollstoff (zum Größen-Vergleich links das Winterbaby)…

Umsetzung

Ich habe die Vorlage dahingehend verändert, dass ich 25 Stoff-Quadrate vernäht habe, durch das Zusammennähen mit der Overlock-Maschine bleibt ein fertiges Quadrat von etwas mehr als 20 x 20 cm übrig. Die Abmaße des Tops betragen ca. 1,06 x 1,06 m. Statt den Fleece-Stoff in der gleichen Größe zuzuschneiden und mit dem Top zu verstürzen, habe ich mich nach langem Hin und Her (Einfassung aus Jersey oder Baumwolle oder gar eine Flange-Einfassung wie hier schon einmal verwendet und gefunden bei Jenny Doan von Missouri Star Quilt Company) für die Methode Self binding entschieden – ebenfalls gefunden bei Jenny Doan, deren wöchentliche Tutorials auf Youtube für mich einen großen Unterhaltungswert haben. Ich wollte gern einen breiteren Rand und so erschien das Self-Binding das Richtige zu sein.

Patchdecke mit Jersey und Fleece

Die Stoffe haben sich durch ihre Dehnbarkeit beim Zusammennähen und beim Anbringen der Einfassung teilweise etwas verzogen. Nicht alle Nahtecken treffen exakt aufeinander. Den Nähfußdruck habe ich dennoch nicht verringert, weil ich mit der Ovi-Naht selbst recht zufrieden war. (Laut Anleitung sollte man mit der Ovi arbeiten.) Ordentliche Briefecken zu erhalten fand ich auch nicht leicht. Man sollte sie zunächst mit Heftstichen befestigen, den Sitz überprüfen, gegebenenfalls die Ecken korrigieren, dann mit farbig passendem Garn nähen und erst zum Schluss abschneiden und nicht mit der Overlock versäubern, sonst lassen sich die Ecken nicht so schön ausformen.

Quilten

Ein bisschen schwierig fand ich das Schließen der Wendeöffnung, weil der Fleece-Stoff ohne Nähfußdruck recht dick ist. Ich steckte mehrere Nadeln, schloss das Ganze von Hand und ging beim Quilten der Einfassung im Nahtschatten hier etwas aus dem Nahtschatten heraus und knapp über den Rand. Außerdem setzte ich das Label darauf, so ist das Ganze etwas kaschiert.

fadenrecht Heidi-Decke RückseiteZusätzlich zum Rand quiltete ich zwei Quadrate: das mittlere und das nächstgrößte. So verzieht sich auf der Oberseite nichts beim Spielen und die Decke bleibt auf der Rückseite schön kuschelig. Etwas schwierig fand ich insgesamt die nicht so flach liegenden Nähte, wie man es von Baumwoll- bzw. Patchworkstoffen kennt. Dafür kann man aber auch einfach beim Quilten mal absetzen und die Richtung wechseln – der Fleece verzeiht es. Der flauschige kirschrote Fleece für die Winterbaby-Decke machte die Sache noch komplizierter und so fand ich die verschenkte Decke wesentlich gelungener, besonders die Ecken.

Ja, endlich scheint mal die Wintersonne herein und schon sieht es aus, als wären alle Quadrate gequiltet (oben). Neuer Versuch (ein Ausschnitt):

So und nun trotz der fehlenden Perfektion freuen – über die Ergebnisse (die Decke vom Winterbaby ist spiegelgleich zur Decke für Jacquelines Maus). übers Schenken und übers Freude-Bereiten – auch wenn es schon eine Weile zurückliegt,  so etwas bleibt.

Und schließlich: Dem jüngsten Heidi-Fan gefällt es auch. (Keine Sorge, im Kuli ist keine Mine.)

Stoffe: Dawanda (Elche und Elchherzen), Stoff und Liebe (Heidi  4 und rosa Pünktchen), Michas Stoffecke (Tropfen auf Türkis), Siebenblau (gepunktet, rot), Stoff und Stil (Microfleece), Der rote Faden (Kuschelfleece)

verlinkt bei: Freutag, Made 4 girls, Kiddikram, Sew mini, So mach ich das

 

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3 Gedanken zu “Heidi-Decke oder Jersey-Patchwork

  1. Also ehrlich: Toll, wie exakt Du die Jersey-Decke hinbekommen hast! Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, eine größere Decke aus alten Lieblings-T-Shirts meines Sohnes zu nähen, aber der Bericht einer Freundin hat mich bisher abgeschreckt. Sie ist zwar ziemlich perfektionistisch, aber laut Fotos hat sich ihr Jersey-Quilt wirklich schrecklich verzogen. Nach Deinem Erfahrungsbericht kann ich mir aber gut vorstellen, es doch einmal zu probieren. Meine alte Nähmaschine mag zwar prinzipiell Jersey nicht so gern, aber mit langsam Nähen geht es dann doch immer wieder recht gut. Danke, die Decke sieht hübsch aus und ist sicher super-kuschelig. Schön, wenn Du selbst Freude daran hast und Du zusätzlich noch Freude bereiten konntest! Liebe Grüße, Gabi

    1. Liebe Gabi, lieben Dank für deine Zeilen. Ich muss vielleciht noch ergänzen, dass ich an der Nähmaschine sehr oft mir dem Obertransportfuß arbeite, hier hat sich das bei der Dicke der Stoffe besonders bewährt. Vielleicht müsste ich noch die aufeinandertreffenden Ecken mal fotografieren, damit sichtbar wird, was einen ein bisschen unzufreiden macht. Anosntsen arbeiten viele Quilterinnen in den USA mit Sprühstärke – sogar bei Baumwollstoffen, all das, um möglichst exakte Ergebnisse zu haben. Das habe ich bisher nur bei einem Kleidchen probiert, wo sich der Jersey immerzu rollte (Katzenkleidchen – demnächst hier). Es wäre sicher einen Versuch bei den T-Shirts wert und wäscht sich ja nach dem Nähen dann wieder aus. Sonst vielleciht einen Heftfaden vorher am Rand einnähen (größte Stichlänge oder gar eine leichte Vertsärkung mit Vlieseline. Meine Erfahrungen dazu findest du beim Artikel über die Kinderweste Classic vest – also besser nicht schräg schneiden)
      Nur Mut, ich würde gern dann darüber lesen.
      Liebe Grüße, Andrea

      1. Stimmt, seit ich einen Obertransportfuß habe, verwende ich den auch meistens bei Jersey. Und Sprühstärke kenne ich auch als Hilfe für Patchwork, und auch zum Verarbeiten von ganz feinen Mousselins zum Beispiel. Das finde ich eine sehr gute Idee, um den Jersey ein wenig zu bändigen, das werde ich gerne ausprobieren! (Allerdings steht diese Decke aus alten Shirts relativ weit unten auf meiner Liste, da kommen vorher noch viele andere Projekte.) Herzliche Grüße, Gabi

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